Köstliche Mohn-Teilchen. © Charlotte Lohmann

„Franzbrötchen“ im Mohn-Kleid

Der Teig wird ordentlich gerollt. © © Malina Sternberg

Der Hefeteig wird ordentlich gerollt. © Malina Sternberg

Hefeteig for President! Das ist klar und seien wir mal ehrlich, eigentlich hat dieser Hefeteig den Namen „Wolkenteig“ verdient – so fluffig und luftig ist er! Der Wolkenteig ist die Grundlage für die allerbesten Franzbrötchen der Welt. Er kleidet sich nicht wie beim „Franzbrötchen“ in Zimt, sondern in Mohn (drożdżówki z makiem). Die polnische Küche hat ein neues Rezept!

Am ersten Weihnachtstag war ich für das Gebäck beim Kaffeeklatsch zuständig. Der polnische Apfelkuchen war schnell gebacken und der Apfel-Zimt-Duft strömte durch unser Haus. Mein großer Bruder folgte dem Duft in die Küche: „Kannst du auch noch etwas Anderes backen?“. „Sicher, kann ich das!“, antwortete ich. Die Apfel-Zimt Briese kitzelte in meiner Nase und ließ mich durch mein Kuchen-Gedächtnis wandern.

Warschauer Mohngebäck
Meine Kuchen-Erinnerungen machten in Warschau halt. Kurz vor Weihnachten war ich aus Warschau zurückgekehrt, wo ich die letzten drei Monate als Praktikantin gearbeitet habe. In der polnischen Hauptstadt wohnte ich in der Nähe von einer leckeren Bäckerei. Oft arteten meine Morgen in purem Stress aus und das Frühstück blieb aus. Zum Glück gab es die kleine Backstube mit der weltbesten drożdżówki z makiem (Mohn-Teilchen). Was wären die vielen Morgen ohne die nette Bäckerin gewesen, die mir strahlend einen schönen Tag wünschte und mir meinen Makowiec verkaufte. Vielleicht habe ich die Dame auch oft mit meinem charmanten Polnisch entzückt. Ich arbeite noch hart an meiner Aussprache und warte sehnsüchtig darauf, dass der Sprachknoten bald platzt. Also war an diesem Weihnachtstag klar, es müssen Teigstückchen mit Mohn werden und das große Weihnachtsbacken begann!

Die süße Kindheit
Das Franzbrötchen, das Nordlicht unter den Teilchenklassikern begleitet mich schon seit meiner Kindheit. Unweit von Hamburg aufgewachsen, waren Franzbrötchen die Süßigkeit meiner jungen Jahre. Auch heute genügt ein Biss in ein frisches Franzbrötchen und der Zauber der Kindheit sprüht durch meinen Körper. Ich dachte mir, warum nicht die kindliche Leichtigkeit vom Franzbrötchen mit Mohn verbinden?

Die strudelähnliche Form der Teigteilchen zieht mich völlig in den Bann und weil natürlich auch die inneren Werte – in dem Fall die Mohnfüllung – zählen, wickelte mich dieses Rezept direkt um den Finger. Ich versichere Euch: Der Hefeteig im Mohnkleid grinst vor Freude, wenn er gebacken ist! 🙂

Rezept

Für den Wolkenteig braucht ihr:

300 ml Milch
60g weiche Butter in Stücken
460-475 g backstarkes Mehl (Typ 550)
70g Zucker
1 Packung Trockenhefe
1 Ei

Für die Mohnmasse :

Eine Packung Mohnmix

Für oben drauf:

Ein Eigelb mit 1-2 EL Milch vermengt

Der Mohn wird auf dem Teig platziert. © Malina Sternberg

Der Mohn wird auf dem Teig platziert. © Malina Sternberg

  1. Als erstes wird der Hefeteig gezaubert. Dafür die Milch mit der Butter in einem Topf auf dem Herd erwärmen (aber nicht Kochen!) und zwar nur so lange bis die Butter geschmolzen ist. Dann etwas abkühlen lassen.
  2. Danach den größten Teil des Mehls (ca. 460 g), Zucker und Hefe in einer Schüssel mischen. Das Ei gemeinsam mit dem Milch-Butter-Mix hinzufügen und alles mit dem Knethaken oder den Händen fünf Minuten lang zu einem glatten Teig vermengen. Dann das restliche Mehl hinzufügen, bis aus dem Teig ein greifbarer (nicht zu klebriger, aber auch nicht zu trockene) Teighaufen geworden ist. Mit den Händen kann das etwas länger dauern, also nicht wundern. Den Teig nun in einer Schüssel mit Frischhaltefolie und einem Küchenhandtuch abgedeckt an einem warmen zugfreien Ort für etwa eine Stunde gehen lassen.
  3. Während der Wolkenteig wächst, können zwei Backbleche mit Backpapier vorbereitet werden.
  4. Den Teig aus der Schüssel holen, nochmals durchkneten und auf einer bemehlten Unterlage mit einem Nudelholz rechteckig ausrollen.
  5. Gleichmäßig und vorsichtig mit dem Mohnmix bestreichen und dann von der langen Seite ganz eng aufrollen.
  6. Jetzt kommt das eigentliche Kunstwerk: Die Rolle nun in 12 gleich große trapezförmige Stücke schneiden (siehe Foto) und mithilfe des Kochlöffelstiels in der Mitte eine Kerbe formen, sodass die Franzbrötchen von den beiden Seiten zur Mitte hin hochklappen und die Brötchen im perfekten Shape sind (siehe Foto). Die Teiglinge mit Abstand zueinander auf dem Blech platzieren, mit einem Geschirrhandtuch abdecken und nochmals 20 Minuten lang wachsen lassen.
    Die Franzrolle in gleichmäßig große Stücke aufteilen. © Malina Sternberg

    Die „Franzbrötchen“ in gleichmäßig große Stücke aufteilen. © Malina Sternberg

    Den Teig zu einer Schnecke rollen. © Malina Sternberg

    Den Teig zu einer Schnecke zusammenrollen. © Malina Sternberg

    Den Backofen auf 180°C Ober- und Unterhitze vorheizen.

  7. Das verquirlte Ei mit Milch hauchdünn auf die Franzbrötchen pinseln. Mit Zucker bestreuen und für ca. 18 bis 22 Minuten in den Ofen schieben. Wenn sie gold braun sind, dürfen sie raus, bevor sie zu dunkel oder trocken werden.

Die polnischen Franzbrötchen sind geboren und wollen nachgemacht werden! 🙂

 

Die polnischen Mohn-Teilchen sind für jeden Spaß zu haben. Die Franzrolle in gleichmäßig große Stücke aufteilen. © Malina Sternber

Die polnischen Mohn-Teilchen sind für jeden Spaß zu haben. © Malina Sternberg

 

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Danke für die tollen Fotos Malina Sternberg! 🙂

Die fertigen Mohn-Teile sind ein Genuss . © Malina Sternberg

Die fertigen Mohn-Teile abkühlen und genießen . © Malina Sternberg

 

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