Katharina feierte auf dem Woodstock-Festival. © Katharina Gloe

Nächste Haltestelle: Woodstock!

„Nastepny przystanek: Woodstock!“ heißt es auch in diesem Jahr! Bereits zum 21. Mal findet das Musik-Festival vom 30. Juli bis 1. August statt. Bis zu 800.000 Menschen treffen sich in der Kleinstadt Kostrzyn nad Odrą im Westen Polens, um gemeinsam zu feiern, zu tanzen und den internationalen Bands zu lauschen.

Schon das ganze Jahr rot im Kalender markiert, gehört das Woodstock Festival für viele Polen und ausländische Besucher zu einem perfekten Sommer. Vor allem Fans von Rock, Alternativ und Metal kommen auf ihren Geschmack. Im letzten Jahr wagte auch ich mich zusammen mit meiner Freundin Claudia und ihren polnischen Freundinnen aus Tarnow auf die Festivalwiese…

Es ist der erste Festivalabend. Nach dem wir unser Zelt aufgebaut und die ersten Ravioli verschlungen haben, freuen wir uns auf die Festivaltage. Die Sonne ist schon untergegangen und trotzdem ist es drückend heiß. Ich trage eine schwarze Hippiebrille, die ich auf der Wiese gefunden habe. Meine Freundin Claudia sitzt neben mir. Genauso wie unser Zeltnachbar Marcin, den wir erst vor kurzem kennengelernt haben. So richtig kann ich sein Schlesisch nicht verstehen, doch es ist ohnehin zu laut und wir kommunizieren mit Händen und Füßen.

Zelte, Isomatten und Ravioli-Dosen gehören zur Standard-Ausrüstung jedes Festivals. © Katharina Gloe

Zelte, Isomatten und Ravioli-Dosen gehören zur Standard-Ausrüstung jedes Festivals. © Katharina Gloe

Wir nähern uns der Bühne. Der Platz ist voll. Die Rockband COMA wurde angekündigt. Der Gitarrist beginnt die Melodie des Liedes „Cisza i ogień“ („Stille und Flamme“) zu spielen. Sänger Piotr Rogucki betritt die Bühne. Die Menge bewegt sich. Sie nicken erst nur zaghaft mit den Köpfen, schließen die Augen und fangen schließlich an zu tanzen. Wir drei werden von der Menge verschluckt, werden ein Teil von ihr und summen mit. Auf dem Weg zum Zelt sind wir erschöpft, glückselig und uns einig: „Morgen wird’s mindestens genauso schön!“.

Auch die darauffolgenden Tage sind ein unvergessliches Erlebnis! Przystanek Woodstock zeichnet sich durch ein starkes Gemeinschaftsgefühl aus. Junge und alte Menschen tanzen und feiern gemeinsam, genießen bei einem Bier auf dem Zeltplatz den Sonnenschein. Lernen Musikfreunde aus aller Welt kennen und wagen sich sogar wild tanzend in die „Matsch-Dusche“ oder auf den Bungeeturm.

Ans Herz legen möchte ich das Festival allen, die Lust haben, ein Sommerwochenende voller entspannter, feierwütiger Leute zu erleben. Beim Sonnenuntergang auf dem Gras zu liegen und der Musik zu lauschen oder ihr Polnisch in Extremsituationen, wie etwa schreiend vor der Bühne, zu testen. Eine gewisse Abhärtung gegenüber Staub, Hitze und einseitiger Ernährung sollte vorhanden sein, um trotz dessen gute Laune zu haben.

Festivalbesucher genießen die Gemeinschaft mit Menschen verschiedener Länder. © Katharina Gloe

Festivalbesucher genießen die Gemeinschaft mit Menschen verschiedener Länder. © Katharina Gloe

Einpacken solltet ihr unbedingt eine Isomatte und einen Schlafsack. Auf gar keinen Fall dürfen fehlen: Sonnencreme, Ohrstöpsel, Sonnenbrille, genügend Wasser, Aspirin, Klebeband, Desinfektions-Gel, Zeltutensilien, Einwegkamera, polnische Zloty, Dosenöffner, Ravioli, ein polnisches Wörterbuch, um sich mit den Zeltnachbarn anzufreunden oder ein Feuerzeug auszuleihen, sowie eine Festivalplaylist, um schon zuvor mit den Automitfahrern oder gleich dem ganzen Bahnabteil die Lieder des Festivals zu trällern.

In diesem Jahr können wir uns unteren anderem auf Mela Koteluk, Flogging Molly, Farben Lehre, Within Temptation und die Band Oberschlesien freuen. Auch wenn dir diese Bands bisher nicht bekannt sind – spätestens, wenn die Meute vor der Bühne anfängt zu springen, wirst auch du dich einhaken und mitgrölen! Zur Einstimmung gibt’s auf Spotify eine feine Playlist!

Ihr lieben Festivalfreunde, wir sehen uns bei der nächsten Haltestelle Woodstock!

Weitere Informationen zu Prystanek Woodstock und anderen Open-Air-Konzerten findet ihr im Artikel Tanzfieber: Polnische Festivals im Überblick.

Do zobaczenia!

Katharina



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