"Emilia", vor dem Neon-Museum in Praga, dem Warschauer Künstlerviertel. © Emilia Butynski

Emilias große Liebe

Die Leidenschaft für die Fotografie habe ich in Polen entdeckt. Seit 15 Monaten lebe ich in Warschau – einer pulsierenden Stadt, die mich mit ihrer Architektur, ihren Cafés, ihrem kulturellen Angebot und vor allem wegen ihrer Geschichte jeden Tag aufs Neue fasziniert. Nicht umsonst wurde sie vor dem Krieg als „Paris des Ostens“ bezeichnet. Die polnische Hauptstadt hat sich mit der Zeit zu meiner kleinen, großen Liebe entwickelt. Meine zahlreichen Eindrücke in Fotos festzuhalten, ist unglaublich schön.

Polnische Wurzeln: Oma ist gebürtige Warschauerin
Vor allem wegen meines familiären Hintergrunds, denn meine Oma ist in Warschau geboren, habe ich mich für diese Stadt entschieden. Der große Traum meiner Oma war es, eines Tages mit ihrer Enkelin durch die Straßen Warschaus zu schlendern. So, wie sie einmal als kleines Mädchen durch Warschau geschlendert ist. Das war vor dem Ausbruch des Zweiten Weltkrieges. Leider hat sie es nicht mehr geschafft, mir ihre Heimatstadt zu zeigen. Was ich jedoch mit Sicherheit sagen kann ist, dass sie alle Entscheidungen, die ich bisher getroffen habe, sehr stolz gemacht hätten.

Auf der Suche nach dem eigenen Weg
Wenn ich zurückblicke und die letzten Monate meines Lebens in Warschau Revue passieren lasse, bereue ich nichts, keine einzige Minute, Stunde, keinen einzigen Tag, keinen Monat und keine einzige Entscheidung! Ich habe sehr viel erlebt, wunderbare Menschen kennengelernt und bin immer noch dabei, meinen eigenen Weg zu finden – vor allem den beruflichen.

Emilia steht in der Warschauer Altstadt, die nach dem zweiten Weltkrieg wiederaufgebaut wurde und zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört. © Emilia Butynski

Emilia steht auf dem Marktplatz in der Warschauer Altstadt. © Emilia Butynski


Studium und Beruf

Zurzeit bin ich im fünften Semester des Studiengangs Deutsch-polnische transkulturelle Studien der Universitäten Tübingen und Warschau. Mein größter Ziel, auf das ich momentan hinarbeite? Ende 2018 meinen Doppel-Masterabschluss in der Tasche zu haben. Das bietet mir die Möglichkeit, sowohl in Deutschland als auch in Polen arbeiten zu können – because: you never know what might happen! Ich habe mir fest vorgenommen, ab Januar regelmäßig was dafür zu tun, vielleicht gerate ich dann nicht so sehr unter Zeitdruck, wie es in den letzten Jahren oft bei Hausarbeiten oder meiner Bachelorarbeit war! 😉
Ein Auslandssemester in Warschau ist fest im Studienprogramm enthalten und ich konnte es von Anfang an kaum erwarten, endlich nach Warschau zu fliegen! Ende September 2016 war es dann endlich soweit. Mein Erasmus Semester hat begonnen. Schnell wurde daraus ein Erasmus-Jahr bis ich entschied, noch länger zu bleiben und mir hier einen Job zu suchen.

Ich hatte das große Glück, während meiner Zeit in Warschau zahlreiche Praktika zu absolvieren. Unter anderem in der Deutsch-Polnischen Industrie- und Handelskammer und der Deutschen Botschaft, die ich in ihrer interessanten und abwechslungsreichen diplomatischen Arbeit unterstützen durfte. Die Zeit, die ich dort verbracht habe, war sehr inspirierend für mich. Mit jedem verbrachten Monat in Warschau lernte ich mich immer besser kennen. Jetzt weiß ich, dass ich in Zukunft vor allem als Vermittlerin zwischen deutsch-polnischen Kulturkreisen fungieren möchte.

Emilia loves photography
Privat interessiere ich mich sehr für Street Phorography. Auf meinem Instagram-Profil „emilovesphotography“ halte ich meine Erlebnisse fest. Mein Hauptmotiv? Im Moment liegt mein Fokus auf meiner kleinen, großen liebe Warszawa! Ich bin gespannt darauf, was mich in den nächsten Monaten erwartet und was ich sonst noch fotografieren kann. „Pictures are a beautiful way to keep moments from running away“. Natürlich habe ich mir diesen wunderbaren Spruch nicht ausgedacht, ich finde ihn aber sehr treffend und halte ihn immer wieder vor Augen. Fotografie gibt uns die Möglichkeit, Momente und Augenblicke festzuhalten. Fotos sind Zeugen der Zeit und des Augenblicks, der manchmal nur einige Sekunden andauert. Mit Hilfe von Fotografie können wir den kurzen Moment für immer festhalten und das ist glaube ich das, wieso Fotografie einen so wichtigen Stellenwert in meinem Leben einnimmt. Sie verbindet Menschen und ist heutzutage ein wichtiges Kommunikationsmedium. Erinnerungen an einen bestimmten Menschen, einen bestimmten Ort oder den gemeinsamen Urlaub bleiben dank der Fotografie für immer erhalten.

Wie die Polen sagen würden: „Pożyjemy, zobaczymy!“ (Kommt Zeit, kommt Rat!) 🙂

Der Pilsudski-Platz, der größte und bekannteste Platz in Warschau. © Emilia Butynski

Der Pilsudski-Platz ist der größte und bekannteste Platz in Warschau. © Emilia Butynski

Weitere Fotos von Emilia gibt es in der Fotoreportage: Zehn Bilder aus Warschau.

 

 

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